Das kulturelle Leben in Aserbaidschan zeigt gemischte Signale: Bücher verlieren an Publikum, während Kinos, Konzerte und Museen Zulauf gewinnen.
Laut Staatlichem Statistikkomitee blieb die Zahl der Bibliotheken nahezu unverändert — 2.914 gegenüber 2.913 im Vorjahr. Der Bestand liegt weiterhin bei 27,7 Millionen Bänden, doch die Leserschaft schrumpft: 2023 gab es 2.718 Bücher pro 1.000 Einwohner, 2024 nur noch 2.710.
Die Kinos hingegen boomen. Die Zahl der Säle stieg von sechs auf sieben, die Besucherzahl von 1,89 auf 1,95 Millionen. Traditionelle Theater haben es schwer: Bei gleichbleibenden 29 Bühnen sank die Zahl der Zuschauer von 430.000 auf 419.000.
Konzerte werden beliebter: 52 von 1.000 Einwohnern besuchten eines — im Vorjahr waren es 50. Auch Museen verzeichneten Zuwächse, von 2,53 auf 2,69 Millionen Besucher.
Am stärksten traf es den Zirkus: Die einzige Einrichtung im Land verlor fast ihr gesamtes Publikum, von 124.000 auf nur noch 14.000 Zuschauer.
Kultur- und Freizeitparks stiegen leicht von 436 auf 439. Musik- und Kunstschulen für Kinder blieben bei 236, aber die Zahl der Schüler sank von 55.400 auf 54.700.
Das Gesamtbild wirkt zersplittert: Kinos, Konzerte und Museen wachsen, Bibliotheken, Theater und vor allem der Zirkus verlieren. Experten warnen, dass der schwindende Stellenwert von Literatur und Kunst bei der Jugend langfristige Risiken für die Kultur des Landes birgt.
