Aserbaidschanische Haushalte zeigen stetigen finanziellen Fortschritt, wobei die Einnahmen erstmals seit 2021 die Ausgaben übersteigen, so eine neue Studie des Center for Media Analysis (CMA) auf Basis offizieller Staatsstatistiken. Im Vergleich zur ersten Hälfte von 2021 stiegen die Haushaltseinnahmen um 33,6 % (398,5 Manat), während die Ausgaben um 25 % (311,5 Manat) zunahmen. Analysten erklären, dass die wachsende Lücke die zunehmende finanzielle Stabilität der aserbaidschanischen Familien widerspiegelt.
In den ersten sechs Monaten 2025 erreichte das durchschnittliche monatliche Haushaltseinkommen 1.583,4 Manat, ein Anstieg von 7,6 % gegenüber dem Vorjahr. Die Ausgaben stiegen moderater um 4,9 % auf 1.557,4 Manat. Zum ersten Mal seit Jahren konnte die durchschnittliche Familie alle Kosten decken und noch einen kleinen Überschuss sparen.
Ausgabeverhalten: Lebensmittel zuerst, aber Lebensstil verändert sich
Lebensmittel bleiben die größte Ausgabe der Haushalte, im Durchschnitt 668,7 Manat pro Monat oder 42,9 % der Gesamtausgaben.
Weitere Hauptausgaben:
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Nebenkosten: 127,4 Manat (8,2 %)
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Restaurants und Hotels: 114,8 Manat — ein Zeichen für sich ändernde Gewohnheiten und eine wachsende Mittelschicht
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Transport: 106 Manat
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Gesundheit: 67 Manat
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Kleidung: 93,4 Manat
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Bildung: 26,4 Manat
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Tabak und Alkohol: 41,1 Manat
Die Aufnahme von Ausgaben für Gastronomie, Gastgewerbe und Freizeit in die Top-Kategorien deutet auf eine aufkommende Konsumkultur über die Grundbedürfnisse hinaus hin.
Steigende Einkommen, sinkende Armut
Das monatliche Pro-Kopf-Einkommen stieg Anfang 2025 auf 377,9 Manat, ein Anstieg von 8,6 % gegenüber dem Vorjahr. In den letzten fünf Jahren stieg es um mehr als 31 %, ein Trend, den die Behörden auf staatlich geförderte Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensstandards zurückführen.
Wichtig: Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen liegt jetzt über 100 Manat über der offiziellen Armutsgrenze von 270 Manat.
Laut dem Staatlichen Statistikkomitee lag die Armut in Aserbaidschan 2024 bei nur 5,3 %, dem niedrigsten Wert im Südkaukasus. Im Vergleich dazu lag die Armutsquote in Georgien im letzten Jahr bei 9,4 %, während Armenien 2023 23,7 % meldete.
Regionale Führungsrolle
Analysten sagen, dass der Erfolg Aserbaidschans auf eine Kombination aus gezielter sozialer Unterstützung, nachhaltigem Wirtschaftswachstum und Investitionen in die Infrastruktur zurückzuführen ist. Die Zahlen unterstreichen Bakus Position als regionaler Führer bei der Armutsbekämpfung, während die Haushaltsbudgets angesichts steigender globaler Kosten ausgeglichen werden.
