Nur wenige Tage vor Beginn des neuen Studienjahres erlebt der Mietmarkt in Baku eine deutliche Belebung. Für Studierende aus den Regionen ist es fast unmöglich geworden, eine Wohnung in Uni-Nähe zu einem akzeptablen Preis und mit vernünftigen Bedingungen zu finden. Der Immobilienmarkt, der im Sommer eher ruhig verläuft, zieht ab August spürbar an – und die Preise steigen. Untersuchungen zeigen, dass die meisten Studierenden eine Wohnung zwischen 300 und 500 Manat im Monat suchen. Doch passende Angebote in diesem Bereich sind heute fast nicht mehr zu finden. Fachleute rechnen im September mit einer weiteren Verschärfung der Lage.
In einem Interview mit modern.az erklärte der Immobilienexperte Ramil Osmanlı, dass die Zahl der günstigen Wohnungen in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist.
„Hauptgrund dafür ist der Abriss alter Gebäude. Die preiswerten Wohnungen, die den Kern des Mietmarktes bildeten, verschwinden dadurch schnell. An ihre Stelle treten neue, aber deutlich teurere Bauten. Die Nachfrage nach günstigen Wohnungen bleibt hoch, das Angebot sinkt – die Folge ist ein kontinuierlicher Preisanstieg“, so Osmanlı.
Ein weiterer Faktor sei die generell hohe Nachfrage nach Mietwohnungen. Zudem böten einige Bauunternehmen im Rahmen von Pilotprojekten neu errichtete Gebäude direkt als Mietwohnungen an, was den Druck zusätzlich erhöhe.
Früher gab es in den Sommermonaten Juni bis August eine gewisse Entspannung: Da viele Studierende in ihre Heimat zurückkehrten, sanken die Preise leicht. Doch in den letzten Jahren ist dieser saisonale Effekt verschwunden – die Mieten steigen mittlerweile das ganze Jahr über.
Laut Osmanlı wird auch in diesem Jahr der Zustrom von Studierenden nach Baku den Markt weiter belasten. Sie gehören meist zur „Economy“-Kategorie und bevorzugen 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen, die sie oft zu zweit oder zu dritt anmieten. Besonders geeignet sind Stadtteile, die relativ zentrumsnah liegen – wie die Mikrorajons, Azi Aslanov und Ahmedli. In zentralen Vierteln sind die Preise deutlich höher. Zudem gelten Wohnungen in der Nähe öffentlicher Verkehrsmittel für Studierende als besonders praktisch.
