Gedächtnisschwäche gilt traditionell als Alterserscheinung, doch inzwischen melden sich immer häufiger junge Menschen mit solchen Beschwerden. Sie berichten, dass sie sowohl aktuelle als auch frühere Ereignisse schnell vergessen und sich kaum erinnern können, wo sie gerade eben etwas hingelegt haben.
Als Ursachen werden schlechte Ernährung, überstandene Krankheiten, Virusinfektionen, Überlastung, Stress und ein instabiles emotionales Umfeld genannt.
Laut der Psychologin Aygun Agabalayeva ist der wichtigste Faktor chronischer Stress.
“Früher galt Vergesslichkeit als Altersproblem, heute betrifft es auch viele Junge. Dauerhafte Technikenutzung, Smartphone-Abhängigkeit, Schlafmangel und hoher Stress wirken direkt auf die kognitiven Funktionen und das Gedächtnis”, sagte sie.
Die ständige Verfügbarkeit von Informationen im Internet verringert zudem den Bedarf, sich Dinge einzuprägen. Hinzu kommt eine vitaminarme Ernährung, da viele junge Menschen Fastfood bevorzugen.
Gedächtnisprobleme treten oft zusammen mit Schlafstörungen, Angstzuständen und Depressionen auf – ein Teufelskreis aus Stress, Schlaflosigkeit und geistiger Erschöpfung.
Die Expertin rät, täglich 10–15 Minuten für eine angenehme Tätigkeit zu reservieren, ausreichend zu schlafen, sich an der frischen Luft zu bewegen und den Kontakt zu negativen Personen zu meiden. Gedächtnis ist nicht nur Biologie, sondern auch ein Spiegel des Lebensstils.
