Banken in Armenien haben begonnen, ihre Kunden mit dringenden Mitteilungen zur Offenlegung ihres Steuerwohnsitzes aufzufordern. Hintergrund ist der erste automatische Austausch von Finanzinformationen (AEOI) des Landes, der im September 2025 beginnt.
Im Rahmen des OECD-Abkommens
Der Schritt folgt auf die Ratifizierung des multilateralen Abkommens der OECD über zuständige Behörden (MCAA) durch Jerewan. Nach diesem System übermitteln armenische Banken Informationen über Privat- und Firmenkonten an die Steuerbehörden des Wohnsitzlandes des Kontoinhabers.
Start des Austauschs mit Russland
Noch diese Woche beginnt Armenien mit dem Datenaustausch mit Russland. Damit gelangen die Finanzinformationen tausender russischer Relokanten direkt in die Hände der Moskauer Steuerbehörden.
Welche Daten Banken von Kunden verlangen:
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Steuerwohnsitzland oder -länder im Jahr 2024,
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Steueridentifikationsnummer (TIN) oder offizielle Erklärung zu deren Fehlen,
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Vollständige Wohnadresse,
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Für Unternehmen: Steuerwohnsitz, Status (aktiv, passiv, Finanzinstitut, andere) sowie Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten.
Ende des stillen Offshore-Bankings
Experten warnen, dass dieser Schritt das Ende der “stillen” Offshore-Bankenpraxis in Armenien bedeutet. Für russische Relokanten, die nach Krieg und Sanktionen ihre Vermögenswerte nach Jerewan transferierten, ist die Gefahr offensichtlich: Moskaus Behörden erhalten nun direkten Zugang zu ihrer finanziellen Spur.
