Der aserbaidschanische Ökonom Natig Jafarli hat die Regierungspläne zur Einschränkung der Flughafentaxis scharf kritisiert und diesen Schritt als weiteren Schlag gegen den Wettbewerb und als Zeichen verfestigter monopolistischer Praktiken bezeichnet.
In einem Facebook-Beitrag erinnerte Jafarli daran, dass Aserbaidschan in den letzten zehn Jahren zu den günstigsten Ländern Europas bei Taxitarifen gehörte. Nach den Manat-Abwertungen 2015 fielen die Preise weiter, sodass der Taxidienst einer der wenigen Sektoren war, in dem der Wettbewerb den Verbrauchern greifbare Vorteile brachte. „Natürlich konnte die Regierung eine solche Situation nicht dulden — Wettbewerb und sinkende Preise waren undenkbar“, schrieb Jafarli.
„Anstatt die Staus zu bekämpfen, haben die neuen Vorschriften nur die Fahrpreise erhöht und den Wettbewerb geschwächt.“
Laut Jafarli spiegelt die Entscheidung, bestimmten Betreibern Exklusivrechte für Fahrten vom Flughafen Baku in die Stadt zu gewähren, ein Muster grober Monopolisierung wider.
„Ein Beamter oder sein gut vernetzter Nachwuchs dachte sich wohl: Warum sollten Taxis offen und wettbewerbsfähig bleiben? Besser, die Flughafenfahrten zu monopolisieren, von jeder Fahrt mitzuschneiden und sich täglich Tausende Manat in die Tasche zu stecken“, sagte er.
Er fügte hinzu, dass die Beamten versucht hätten, den Schritt als touristische Maßnahme darzustellen, doch es werde lediglich die Preise erhöhen, ohne den Service zu verbessern oder den Verkehr zu verringern.
„So funktionieren Monopole in Aserbaidschan“, schloss Jafarli. „Die Bürger verlieren erschwingliche Dienstleistungen, während die Beamten müheloses Einkommen gewinnen.“
