Im YouTube-Kanal Новости Кавказа (Nachrichten des Kaukasus) erklärte der aserbaidschanische Abgeordnete und Analyst Rasim Musabekov, dass das viel diskutierte Treffen Aliyev–Putin in Duschanbe eine „neue Normalität“ in den Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Russland widerspiegle — eine, die seiner Ansicht nach weder eine „alliierte Zusammenarbeit“ noch eine echte „strategische Partnerschaft“ darstellt.
Musabekov betonte, dass die Allianz-Bezeichnung faktisch hinfällig geworden sei, seit Russlands Invasion in die Ukraine, und verwies auf die Abkühlung des hochrangigen politischen Dialogs bis 2025 sowie auf zunehmende außenpolitische Differenzen über die Ukraine hinaus, einschließlich des Nahen Ostens.
Er sagte, Baku werde pragmatische gute Nachbarschaft mit Russland und Iran priorisieren, während strategische Tiefe für die Beziehungen zur Türkei und enge Zusammenarbeit mit Georgien vorbehalten bleibe. Er hob das Ausmaß der gegenseitigen Investitionen mit der Türkei hervor und erklärte, diese Ströme sowie die politische Abstimmung stellten eine vollwertige Allianz dar.
Beim Thema Konnektivität hob Musabekov den Nord–Süd-Transportkorridor mit Russland und Iran (Eisenbahn, Energieaustausch und Gastransit) als wirtschaftliche Chance hervor — vorausgesetzt, Moskau und Teheran geben verbindliche Durchsatzgarantien und beteiligen sich an der Finanzierung der Kapazitätserweiterungen auf aserbaidschanischer Seite.
Er erwähnte mögliche Ausweitungen des Stromflusses über Hochspannungsleitungen und eine begrenzte Gasbilanzierung über alte Pipelines und betonte, dies seien geschäftliche Vereinbarungen, keine Schritte zu politischer Abhängigkeit.
Zur Friedensagenda im Südkaukasus sagte Musabekov, die Armenien–Aserbaidschan-Frage sei „entschieden“, und forderte eine rasche Unterzeichnung und Ratifizierung eines Friedensvertrags, um rechtliche Verpflichtungen zu festigen und künftigen Revanchismus zu verhindern. Er wies jüngste Äußerungen zurück, die Aserbaidschan als „russischsprachiges Land“ bezeichneten, und nannte sie fern der sprachlichen Realität außerhalb Bakus.
Bezüglich Georgiens erklärte er, Tiflis fehle es an Verteidigungsausgaben, Streitkräftestruktur und öffentlicher Priorisierung, die Aserbaidschans Wiederherstellung der territorialen Integrität ermöglichten. Jeder Staat, der solche Ergebnisse anstrebe, müsse langfristig investieren und gesellschaftliche Bereitschaft fördern.
