Ab dem nächsten Jahr könnte Aserbaidschan zinsfreie Kreditprodukte gemäß den Prinzipien der islamischen Finanzwirtschaft einführen, so Vertreter der Zentralbank.
Die Initiative soll den Zugang zu „halalen“ Finanzinstrumenten erweitern und die lokalen Bankpraktiken an die Standards angleichen, die bereits in über 130 Ländern gelten.
Auf dem Halal-Business-Forum in Baku erklärte Rustam Tahirov, Direktor der Abteilung für nachhaltige Entwicklung des Finanzsektors bei der Zentralbank, dass Vorbereitungen im Gange seien, um den rechtlichen und regulatorischen Rahmen für islamisches Bankwesen zu schaffen.
Nach Abschluss dieser Arbeiten werden traditionelle Banken islamische „Fenster“ eröffnen können, über die ausgewählte Produkte angeboten werden, die mit der Scharia vereinbar sind.
„Sobald die Regulierungsbasis geschaffen ist, werden die Banken schrittweise islamische Finanzprodukte einführen. Der Ansatz ist vorsichtig und orientiert sich an internationalen Best Practices“, erklärte Tahirov. Er fügte hinzu, dass derzeit Änderungen am Zivilgesetzbuch, Steuergesetzbuch und Bankengesetz ausgearbeitet werden, um die rechtliche Grundlage zu schaffen.
Der Ökonom Ruslan Atakishiyev sagte gegenüber Milli.Az, dass das islamische Bankwesen gerechtere Mechanismen sowohl für das Sparen als auch für das Kreditwesen biete, da Gewinne und Risiken zwischen Bank und Kunden geteilt werden.
„Die Menschen investieren ihr Geld gemäß den islamischen Regeln und werden Partner der Bank. Selbst gewöhnliche Bürger und Rentner können teilnehmen und von den Erträgen profitieren. Auch Kleinunternehmer und Hauskäufer können davon Nutzen ziehen,“ erklärte er.
Weltweit übersteigen die Vermögenswerte der islamischen Banken 4 Billionen US-Dollar, und allein in der Türkei belaufen sie sich auf über 80 Milliarden. Atakishiyev sagte, die Einführung solcher Kredite in Aserbaidschan könne neue Chancen für Investoren und Kreditnehmer eröffnen, die ethische, zinsfreie Finanzlösungen bevorzugen.
