Viele Angehörige der Generation Z in Aserbaidschan betrachten Arbeit zunehmend nur noch als Mittel zum Geldverdienen, ohne Wert auf Work–Life-Balance oder den Gedanken zu legen, dass Arbeit persönliche Erfüllung und gesellschaftlichen Nutzen bringen kann.
Beobachtern zufolge treibt diese Einstellung Teile der Jugend in “schnelles Geld”-Modelle und in manchen Fällen sogar in kriminelle Aktivitäten und Haftstrafen.
Der Milli-Majlis-Abgeordnete Jeyhun Mammadov sieht die Wurzeln des Problems in Erziehung und Bildung. Eltern bestimmten oft das Studienfach ihrer Kinder nach eigenen unerfüllten Ambitionen und lenkten sie so in Berufe, für die sie kein Interesse haben. “Ohne echte Motivation verlieren junge Menschen das Interesse sowohl am Studium als auch an der Arbeit”, erklärte er.
Mammadov fordert, dass jeder junge Mensch seinen eigenen Berufsweg frei und ohne Druck wählen können sollte. Schulen, Universitäten und Medien müssten Werte fördern, die Arbeit nicht nur als Einkommensquelle, sondern als sinnvollen Beitrag zur Gesellschaft darstellen.
Gleichzeitig, so der Abgeordnete, erlebten junge Menschen im Alltag oft das Gegenteil. “Wenn ein junger Mensch sieht, dass das gesamte System nur vom Geld getrieben wird, sucht er ebenfalls nach Abkürzungen. Die Gesellschaft selbst drängt sie in diese Richtung. Deshalb müssen wir Respekt für alle Berufe fördern und zeigen, dass jeder seinen eigenen Wert und seine Würde hat”, sagte er.
Er plädiert dafür, dass erfolgreiche Fachkräfte, die ihre Arbeit lieben, eine Vorreiterrolle im Wandel der Wahrnehmung übernehmen und ihre Geschichten in Medien, Schulen und öffentlichen Foren teilen. “Unsere Hauptaufgabe ist es, eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen, damit die Erfahrungen der Älteren an die Jüngeren weitergegeben werden. Wenn wir Einstellungen ändern und diese Verbindungen stärken, können wir das Problem lösen. Doch das erfordert anhaltende Bildungs- und Aufklärungsarbeit — etwas, das heute noch fehlt”, so Mammadov.
