Die Spannungen zwischen Aserbaidschan und Russland nehmen weiter zu, da Baku einer Welle feindseliger Aktionen aus Moskau und kremlnahen Gruppen ausgesetzt ist. Zu den jüngsten Vorfällen gehören organisierte Proteste vor dem aserbaidschanischen Konsulat in St. Petersburg, Cyberangriffe und verschärfte Diffamierungskampagnen in russischen Medien.
Nach Angaben aserbaidschanischer Abgeordneter zeigen diese Maßnahmen Moskaus Unwilligkeit, sich an die neuen geopolitischen Realitäten im Südkaukasus anzupassen — insbesondere nach den diplomatischen Erfolgen Bakus in Washington und den Fortschritten in Richtung eines Friedensabkommens mit Armenien.
Ein Muster der Provokationen
Parlamentsmitglied Vuqar Rahimzade sagte gegenüber Oxu.Az, dass das Verhalten Russlands eine Politik gezielter Provokation und Druck widerspiegele:
“Die in Washington mit Beteiligung des US-Präsidenten unterzeichnete Erklärung sowie Vereinbarungen über Frieden und regionale Transportkorridore haben eine neue Realität im Südkaukasus geschaffen. Russland muss dies akzeptieren. Stattdessen befeuert der Kreml Randgruppen, die provokative Aktionen inszenieren, wie den Protest vor unserem Konsulat in St. Petersburg.”
Rahimzade verwies auf mehrere Vorfälle, die die öffentliche Empörung in Aserbaidschan verstärken:
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Der Abschuss eines AZAL-Passagierflugzeugs im russischen Luftraum.
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Gewalt gegen Aserbaidschaner in Jekaterinburg, wo die Polizei außergerichtliche Tötungen und Brutalität begangen haben soll.
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Cyberangriffe und Anti-Aserbaidschan-Kampagnen in den Medien.
Eine Schweigende Untersuchung
Der Abgeordnete kritisierte, dass Russland diese schweren Vorfälle nicht untersucht habe. Bis heute hat Moskau keinen transparenten Bericht über die Flugzeugtragödie geliefert und die Verantwortlichen der Gewalt nicht bestraft. Entschädigungen wurden nicht gezahlt, die Untersuchung bleibt blockiert.
Präsident Ilham Aliyev betonte in einem jüngsten Interview mit Al Arabiya:
“Dies ist natürlich ein ernstes Thema in unseren bilateralen Beziehungen. Es hat unser Volk verärgert und betrübt. Wir warten — früher oder später muss die Untersuchung abgeschlossen werden.”
Aserbaidschans Feste Haltung
Rahimzade betonte, dass Baku weiterhin im Rahmen des Völkerrechts handle:
“Unsere Position ist fair, gerecht und entspricht internationalen Normen. Wir reagieren nur konstruktiv und rechtskonform. Doch Aggression, Respektlosigkeit oder Angriffe gegen unsere Nation werden wir niemals dulden.”
