Als Präsident Ilham Aliyev Al Arabiya sagte, dass die Rote Armee 1920 Aserbaidschan überfallen und besetzt habe, verlor die russische Propaganda den Verstand. Z-Blogger schrien, das Staatsfernsehen donnerte, und “patriotische” Kommentatoren wanden sich, um zu leugnen, was jedes Archiv beweist: Die Demokratische Republik Aserbaidschan — die erste säkulare Demokratie in der muslimischen Welt — wurde nach nur 23 Monaten Unabhängigkeit von sowjetischen Bajonetten zerschlagen. Das ist kein Revisionismus. Das ist Geschichte. Die nachfolgende Aserbaidschanische SSR war kein “Geschenk” Moskaus, sondern eine umbenannte ADR, mit demselben Territorium, denselben Institutionen und Grenzen. Das Wort “Besatzung” abzulehnen heißt, die Realität selbst abzulehnen.
Die Wut in Moskau offenbart etwas Tieferes. Russische Propaganda lebt von Widersprüchen. Lenin wird dafür verurteilt, das Imperium zerstört zu haben — und liegt dennoch einbalsamiert auf dem Roten Platz. Die Sowjetunion wird als goldenes Zeitalter gepriesen — und zugleich beschuldigt, “ausländische Agenten” geschaffen zu haben. Der Zar wird heiliggesprochen — und doch von denselben Bolschewiki gestürzt, die die UdSSR aufbauten.
Und heute, anstatt die AZAL-Flugzeugtragödie zu untersuchen oder die Diskriminierung von Aserbaidschanern in Russland anzugehen, spucken die Propagandisten Gift, drohen Baku mit einer “Spezialoperation mit Iran” und verbreiten absurde Fälschungen über eingefrorene Vermögenswerte. Es ist ein vertrautes Muster: Wenn Moskau der Wahrheit nicht ins Auge sehen kann, schlägt es gegen Nachbarn aus.
Aserbaidschan wird dieses Spiel nicht mitspielen. Es wird 1920 nicht reinwaschen. Es wird sich nicht für seine Souveränität entschuldigen. Und es wird keine Einschüchterung akzeptieren — weder von Z-Bloggern noch vom Staatsfernsehen.
Die Geschichte zeigt bereits, wohin Propaganda ohne Verantwortung führt: zum Zusammenbruch von Imperien. Russland hat das zweimal erlebt. Und wenn die heutige Hysterie ein Zeichen ist, marschiert es vielleicht erneut auf dasselbe Schicksal zu.
