EBWE: Aserbaidschans Rolle im Mittleren Korridor wird stärker

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Aserbaidschan tritt in eine neue Phase des wirtschaftlichen Wandels ein, die sich auf Diversifizierung, nachhaltige Energie und regionale Konnektivität konzentriert.
Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) ist zu einem wichtigen Partner in diesem Übergang geworden und unterstützt Projekte, die die wirtschaftliche Vision des Landes mit globalen Umweltzielen verbinden.

In einem Interview mit Report erklärte Alkis Drakinos, Regionaldirektor der EBWE für den Kaukasus, dass die Fünfjahresstrategie der Bank für Aserbaidschan eng mit den nationalen Zielen übereinstimme, die darauf abzielen, die erneuerbare Kapazität zu erweitern, die Infrastruktur zu modernisieren und die Position des Landes als strategische Brücke zwischen Europa und Asien zu stärken.
Unsere Prioritäten sind klar – wirtschaftliche Diversifizierung, grüne Transformation und die Stärkung der Rolle Aserbaidschans als Verbindungszentrum,“ sagte Drakinos. „Diese Ausrichtungen stehen voll und ganz im Einklang mit den Zielen des Landes und dem Mandat der EBWE.“

Erneuerbare Energien im Mittelpunkt der Partnerschaft

Die EBWE ist derzeit die einzige internationale Finanzinstitution, die an allen groß angelegten Projekten für erneuerbare Energien in Aserbaidschan beteiligt ist. Zusammen werden diese Entwicklungen mehr als 1 Gigawatt saubere Energie liefern und den Beginn einer langfristigen Transformation markieren, wie die Bank betont.

Wir sind stolz darauf, an allen industriellen Projekten für erneuerbare Energien im Land beteiligt zu sein,“ bemerkte Drakinos. „Der Schwung ist stark – und das ist erst der Anfang.“

Er betonte, dass die Unterstützung privater Innovation weiterhin oberste Priorität habe – von Beratungsprogrammen für Start-ups bis hin zu technischer und finanzieller Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen.

Grüne Korridore über das Kaspische Meer

Drakinos hob Aserbaidschans geografischen Vorteil hervor, im Herzen des Mittleren Korridors zu liegen – der transkaspischen Route, die Europa und Asien verbindet. Er sagte, die EBWE sei bereit, „grüne Korridor“-Initiativen zu unterstützen, die logistische Effizienz mit geringeren CO₂-Emissionen verbinden.

Wir können die Modernisierung der Infrastruktur mitfinanzieren, Fördermittel für nachhaltige Komponenten bereitstellen und technische, ökologische und soziale Bewertungen durchführen, um sicherzustellen, dass jedes Projekt messbare Ergebnisse erzielt,“ erklärte er.

Die Bank arbeitet bereits mit den Eisenbahnbehörden in Aserbaidschan und Georgien an einem Roll-on/Roll-off-Bahnprojekt, das Lastwagen zwischen Baku und Batumi per Bahn transportiert, um Staus und Emissionen zu reduzieren.

Grüne Korridore bedeuten nicht nur, Güter schneller zu bewegen,“ fügte Drakinos hinzu. „Sie stehen für intelligentere, sauberere Verbindungen – ein Ökosystem der Zusammenarbeit zwischen wirtschaftlichen Akteuren.“

Wasserstoff und die nächste Grenze

Die EBWE unterstützt außerdem die erste Nationale Wasserstoffstrategie Aserbaidschans, die auf der COP29 vorgestellt wurde, und hilft bei der Umsetzung von der Planungsphase zur praktischen Anwendung.

Wir helfen bei der Entwicklung des regulatorischen Rahmens und prüfen Pilotprojekte, die Wasserstoff mit erneuerbaren Energien, Industrie und Exportwegen verbinden,“ sagte Drakinos. „Wirtschaftliche Machbarkeit und messbare Dekarbonisierung sind für uns entscheidend.“

Die Bank sieht Wasserstoff als Eckpfeiler der langfristigen Energie-Diversifizierung Aserbaidschans – ein Weg zu neuen Exportmöglichkeiten und einer stärkeren regionalen Integration.

Transport- und Hafenentwicklung

Die EBWE beobachtet die zweite Phase der Erweiterung des Internationalen Seehafens Baku genau und ist zu einer Beteiligung bereit, sofern die Bedingungen den Standards für Nachhaltigkeit und Transparenz entsprechen.

Unser Fokus liegt auf finanzieller Tragfähigkeit, ökologischer Sicherheit und regionaler Wirkung,“ erklärte Drakinos. „Wir arbeiten bereits an der Ostküste des Kaspischen Meeres, unter anderem im Hafen von Aktau in Kasachstan, und sehen ein großes Potenzial für integrierte Zusammenarbeit.“

Der Zangezur-Korridor und die Friedensdividende

Bezüglich des von den USA vermittelten Friedensrahmens und der Wiedereröffnung regionaler Verkehrswege sagte Drakinos, solche Initiativen könnten Handel und Investitionen im gesamten Südkaukasus neu gestalten.

Wir begrüßen Schritte, die die regionale Konnektivität und den langfristigen Frieden stärken,“ sagte er. „Solcher Fortschritt stärkt das Vertrauen der Investoren und eröffnet neue Handelsrouten zwischen Asien und Europa.“

Die EBWE ist bereit, grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte – auch in Nachitschewan – durch langfristige Finanzierung und technische Unterstützung zu fördern.

Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Zukunft

Auf der COP29 unterstützte die EBWE auch Aserbaidschans Einführung von wettbewerbsorientierten Ausschreibungen für erneuerbare Energien, um Transparenz und Kosteneffizienz für Investoren zu gewährleisten.

Die erste Ausschreibung legte den Grundstein für künftige Runden,“ schloss Drakinos. „Wir sind zuversichtlich, dass dieses Instrument mehr internationale Beteiligung anziehen und die Versorgung mit sauberer, erschwinglicher Energie beschleunigen wird.“

Mit der Beteiligung der EBWE ist Aserbaidschans „grüne Wende“ nicht mehr nur ein politisches Ziel – sie wird zu einer greifbaren Säule der wirtschaftlichen Zukunft des Landes.

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