5. August 2025 – Bukarest
Das rumänische Energieministerium hat den Krisen-Notstand ausgerufen, nachdem eine Lieferung aserbaidschanischen Rohöls mit organischen Chloriden verunreinigt wurde.
Laut Ministeriumsangaben handelt es sich um 92.000 Tonnen Rohöl, die im türkischen Hafen Ceyhan verladen wurden. Das Unternehmen OMV Petrom meldete die Kontamination und lehnte eine weitere Lieferung von ebenfalls 92.000 Tonnen ab.
Insgesamt stehen damit 184.000 Tonnen importiertes Rohöl nicht mehr für die Versorgung der Raffinerie Petrobrazi zur Verfügung. OMV Petrom beantragte daher die Freigabe von 80.000 Tonnen Rohöl und 30.000 Tonnen Diesel aus den Notreserven, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Durch den Notstandsbeschluss konnte auf die Reserven zugegriffen werden, was Versorgungsengpässe auf dem Binnenmarkt verhinderte. Die EU-Kommission wurde informiert.
Aserbaidschanisches Öl erreicht den Weltmarkt über die Baku–Tiflis–Ceyhan (BTC)-Pipeline, betrieben von BTC Co. unter Leitung von British Petroleum (BP). BP bestätigte Ende Juli, dass ein Teil des BTC-Öls mit organischen Chloriden verunreinigt wurde. Auch der italienische Energiekonzern Eni erhielt belastetes Öl.
Das Problem betrifft inzwischen auch Tschechien. Dort bestätigten Behörden Ende Juli, dass kontaminiertes aserbaidschanisches Öl über die Transalpine Pipeline (TAL) eingetroffen ist. Orlen Unipetrol erklärte, dass rund 60.000 m³ Rohöl zwischengelagert und später mit sauberen Lieferungen verdünnt verarbeitet werden sollen.
Laut den Behörden hatte der Vorfall keine Auswirkungen auf den Betrieb der Raffinerien oder die Ölversorgung. TAL und der tschechische Pipelinebetreiber Mero leiteten eine Untersuchung ein.
