Russlands Verkehrsminister Andrey Nikitin erklärte, dass russische Unternehmen die iranische Eisenbahnstrecke Rasht–Astara bauen werden – das bisher fehlende Teilstück des Internationalen Nord–Süd-Transportkorridors (INSTC). Er betonte, dass Iran zunächst die endgültige Linienführung festlegen und die Grundstücksankäufe abschließen müsse, bevor Großbauarbeiten beginnen können.
Das 2023 unterzeichnete Abkommen zwischen Russland und Iran umfasst rund 160 km neue Gleise auf iranischem Gebiet einschließlich der dazugehörigen Infrastruktur. Das Projekt hat ein Volumen von etwa 1,6 Milliarden Euro und beinhaltet eine gemeinsame Finanzierung für Planung, Bau sowie Lieferungen und Dienstleistungen. Mit der Rasht–Astara-Verbindung wird eine durchgehende Schienenanbindung von Russland über Aserbaidschan nach Iran bis zu den Häfen am Persischen Golf geschaffen.
Irans Botschafter in Moskau, Kazem Jalali, erklärte Anfang des Jahres, dass der Bau nach Beginn der Hauptarbeiten drei bis vier Jahre dauern könnte.
Bedeutung für Aserbaidschan
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Nahtlose Verbindung: Rasht–Astara bindet direkt an den Grenzbahnhof Astara an und verknüpft die russischen, aserbaidschanischen und iranischen Netze entlang des westlichen INSTC-Zweigs.
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Wachstum im Frachtverkehr: Die durchgehende Schienenanbindung zu den Golfhäfen dürfte das Nord–Süd-Frachtvolumen durch Aserbaidschan steigern und damit Logistik, Lagerhaltung und Zolldienste fördern.
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Diversifizierung: Die Route bietet Verladern eine zusätzliche Option zu traditionellen Ost–West- oder Suez-abhängigen Korridoren und stärkt Aserbaidschans Rolle als regionales Transitdrehkreuz.
Als nächste Schritte stehen die endgültige Trassengenehmigung durch Iran, der Abschluss der Grundstückskäufe sowie die Umsetzung des Rahmenabkommens von 2023 in vollständige Bauverträge an.
