Seit dem 1. Januar 2022 gelten in Aserbaidschan Steuervergünstigungen, die den Automarkt stark beeinflusst haben. Die Einfuhr und der Verkauf von Elektro- und Hybridfahrzeugen sowie von Ladegeräten der Stufen zwei und drei waren von der Mehrwertsteuer befreit. Zudem galten für drei Jahre Erleichterungen für Hybride mit einem Hubraum von bis zu 2500 cm³, die nicht älter als drei Jahre waren. Dadurch wurden Neuwagen deutlich günstiger, was zu sinkenden Preisen und einer Erneuerung des Fuhrparks führte. Ende dieses Jahres laufen die Vergünstigungen jedoch aus, und es ist unklar, ob sie verlängert werden.
Verkehrsexperte Yasin Mustafajew betonte, dass die Steuererleichterungen entscheidend für die Erschwinglichkeit umweltfreundlicher Fahrzeuge waren.
„Seit drei Jahren sind Hybrid- und Elektroautos sowohl von der Mehrwertsteuer als auch von den Zollgebühren befreit. Es musste lediglich eine kleine Gebühr für Zollformalitäten bezahlt werden. Dadurch wurden ‚grüne‘ Autos für Käufer erheblich günstiger. Doch die Vergünstigungen laufen nun aus. Falls sie nicht verlängert werden, könnten Hybrid- und Elektroautos ab Januar 2026 stark teurer werden“, prognostizierte er.
Mustafajew fügte hinzu, dass bei einem Wegfall der Vorteile die Staatseinnahmen steigen würden.
„Diese Steuererleichterungen waren jedoch eine einzigartige Gelegenheit, den Fuhrpark des Landes zu erneuern. Mindestens 75–80 % der Taxi-Flotte in Baku wurde modernisiert. Auch der Anteil alter Privatfahrzeuge ging zurück. Zudem wurden Neuwagen für alle erschwinglich, was ein Zeichen sozialer Gerechtigkeit ist“, hob der Experte hervor.
Seiner Ansicht nach würden bei einer Abschaffung nicht nur Neuwagen teurer, sondern auch das Interesse an Gebrauchtwagen zunehmen.
„Dies würde zu höheren CO₂-Emissionen führen und technisch veraltete Fahrzeuge kehrten zurück auf die Straßen. All dies hätte negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung. Ich hoffe, die Regierung verlängert die Steuervergünstigungen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge“, schloss Mustafajew.
