Laut dem türkischen Sender NTV, zitiert von Report, werden die Türkei und Armenien ihr erstes Treffen auf Ebene offizieller Delegationen abhalten.
Die Gespräche sollen Anfang nächster Woche stattfinden. Beamte planen, bereits vereinbarte Schritte zu überprüfen und neue Maßnahmen zur Normalisierung der bilateralen Beziehungen zu erörtern. Die türkische Delegation wird von Serdar Kılıç, dem Sondergesandten Ankaras für die Normalisierung mit Armenien, geleitet, während Eriwan durch Ruben Rubinyan, den stellvertretenden Sprecher des armenischen Parlaments, vertreten wird. Obwohl die Türkei und Armenien eine lange und umstrittene Geschichte teilen, bleiben die formalen diplomatischen Beziehungen ausgesetzt. Die Grenze zwischen beiden Ländern ist seit 1993 geschlossen, und frühere Versöhnungsinitiativen scheiterten unter politischem Druck. In den letzten Jahren wurden jedoch vorsichtige Schritte unternommen: Der eingeschränkte Flugverkehr zwischen Eriwan und Istanbul wurde wieder aufgenommen, und die Ernennung von Sondergesandten signalisierte neuen politischen Willen.
Der Normalisierungsprozess ist auch eng mit dem umfassenderen Friedensprozess zwischen Armenien und Aserbaidschan verknüpft. Ankara hat eine vollständige Aussöhnung mit Eriwan stets an Fortschritte in den armenisch-aserbaidschanischen Verhandlungen geknüpft, insbesondere nachdem die Konflikte von 2020 und 2023 das regionale Gleichgewicht verändert hatten. Während Baku und Eriwan sich einem endgültigen Friedensvertrag nähern, weisen Beobachter darauf hin, dass verbesserte Türkei–Armenien-Beziehungen die Stabilität im Südkaukasus stärken könnten.
Das bevorstehende Treffen markiert das erste Mal, dass offizielle Delegationen persönlich zusammentreffen, und weckt vorsichtige Erwartungen an konkrete Schritte in einem der am längsten andauernden Konflikte der Region.
