Studierende in Aserbaidschan stehen unter Druck: Neben ihren Hauptfächern müssen sie viele nicht fachbezogene Kurse wie Logik, Philosophie, Ökologie oder Sport absolvieren. Das führt zu einer übermäßigen Belastung.
Sowohl Studierende als auch Eltern kritisieren, dass die Vielzahl dieser Fächer die Qualität der Fachausbildung beeinträchtigt.
„Ein Computeringenieur sollte nur mathematische Fächer belegen. Physik braucht ein Softwareentwickler kaum“, sagt ein Student.
„Mein Sohn studiert Informationssicherheit, aber sie haben Philosophie im Stundenplan – warum?“, fragt sich ein Elternteil.
Bildungsexperte Kyamran Asadov nennt die Situation paradox:
„Fachfremde Fächer sollen eigentlich das Weltbild erweitern, aber in zu großer Zahl behindern sie die berufliche Entwicklung und führen zu schlechteren Noten.“
In Ländern wie Japan, Finnland, den Niederlanden, Indonesien und dem Vereinigten Königreich spielen solche Fächer eine minimale Rolle. Dadurch werden Bachelorprogramme kompakter und dauern häufig nur drei statt vier Jahre.
Laut dem Ministerium für Wissenschaft und Bildung Aserbaidschans wird das Thema derzeit intensiv diskutiert.
Nach der endgültigen Entscheidung soll die Öffentlichkeit über geplante Änderungen im Bildungssystem informiert werden.
