In Aserbaidschan machen selbsternannte “digitale Exorzisten” über soziale Medien Geschäfte, indem sie angebliche spirituelle Heilungen anbieten und so leichtgläubige Bürger ausnutzen. Ein Hinweis einer Betroffenen an die Baku-TV-Hotline brachte den Fall ins Rollen.
Psychotherapeut Elmir Takhmazov warnte, dass solche Praktiken der psychischen Gesundheit erheblich schaden können: „In manchen dieser sogenannten Sitzungen kommt es sogar zu körperlicher Gewalt, was den Zustand der Betroffenen weiter verschlechtert.“
Rechtsanwalt Vusal Jafarov erklärte, dass Täter auch bei einem Schaden unter 500 Manat (rund 300 US-Dollar) belangt werden können: „Artikel 227 des Gesetzbuchs über Ordnungswidrigkeiten sieht 160 bis 240 Stunden gemeinnützige Arbeit oder bis zu drei Monate Verwaltungshaft vor.“
Das Staatliche Komitee für die Arbeit mit religiösen Organisationen betonte, dass diese “Exorzisten” von keiner offiziellen Religionsbehörde anerkannt werden und ihre Tätigkeit auf Aberglauben beruhe, ohne Bezug zur Religionsfreiheit oder legitimen Glaubenspraktiken.
Das Komitee kündigte an, bei Fällen körperlicher Gewalt – insbesondere gegen Minderjährige – sofort einzuschreiten oder die Ermittlungen an die Strafverfolgungsbehörden zu übergeben.
Die Behörden rufen die Bevölkerung auf, sich von unbestätigten Online-Heilungsangeboten fernzuhalten und verdächtige Aktivitäten zu melden.
